Der LoB ist bunt

LoB – „Lernort Bauernhof“ steht für Respekt und Toleranz

Landwirtschaft und Bildung sind bunt! Die Akteure des Lernortes Bauernhof bekennen sich klar zu demokratischen Grundwerten.

Die Projektpartner des Lernortes Bauernhof in Niedersachsen und Bremen nehmen eine Verrohung der Sprache und eine Radikalisierung in allen Lebensbereichen wahr. Mit besonderer Sorge betrachten wir das Erstarken rechtspopulistischer Parteien, den sich ausbreitenden Rechtsextremismus und die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft. Einschüchterungen von Personen des öffentlichen Lebens, Diskriminierungen, bis hin zu rassistisch motivierten Übergriffen und Mordanschlägen bestimmen mehr und mehr den gesellschaftlichen Alltag in Deutschland. In der Sprache verschieben sich die Grenzen: Antisemitische und rassistische Positionen werden zunehmend salonfähig. Was gestern noch als unsagbar galt, ist heute schon Bestandteil des alltäglichen, politischen Diskurses.

Das Thema Landwirtschaft bietet direkte Anknüpfungspunkte zu nationalsozialistischen Konzepten wie „Lebensraum“ oder „Heimat“, die in rechtsextremen Ideologien eine zentrale Rolle spielen. Völkische Siedler*innen postulieren im Kontext der „Blut und Boden“-Ideologie das Bild einer bäuerlichen Gesellschaft zur Versorgung des „deutschen Volkes“. Im Kontext von „Heimatschutz“ machen sich rechtsextreme Gruppierungen Themen des Naturschutzes zu eigen und suchen insbesondere Anknüpfungspunkte zum Ökologischen Landbau. So werden beispielsweise die ökologischen Prinzipien der standortgebundenen Betriebsorganisation und Kreislaufwirtschaft von rechtsextremen Gruppierungen in die Nähe der „Blut und Boden“-Ideologie gerückt.

Wir sind uns bewusst, dass einige der Themenfelder, die wir im Rahmen des Lernorts Bauernhof bearbeiten, Anknüpfungspunkte bieten für rechtsextreme Ideologien und Gruppierungen. Wir sehen uns in der Verantwortung, für diese Thematik zu sensibilisieren und uns bewusst von rechtsideologischen Positionen abzugrenzen.

Der Bildungsbereich gerät ebenfalls ins Blickfeld von Rechtsextremisten, die ihr Gedankengut auch über Schulen und andere Bildungsreinrichtungen in die Gesellschaft einsickern lassen wollen. Ihr Ziel ist, die Gesellschaft von innen heraus weiter zu verändern. Bildungsarbeit darf jedoch auf keinen Fall missbraucht werden, um menschen- und demokratiefeindliche Ideologien weiter zu verbreiten. Stattdessen kann und sollte Bildung junge Menschen dazu befähigen, rechtsextreme Ideologien oder Ideologiebestandteile zu erkennen und gegen demokratiefeindliche Positionen Stellung zu beziehen.

Der Lernort Bauernhof leistet einen Beitrag zur Demokratiebildung, indem junge Menschen soziales und gemeinschaftliches Handeln in der Praxis erlernen und erproben können. Sie können lernen, sich an alltäglichen Entscheidungsprozessen demokratisch zu beteiligen und diese aktiv mitzugestalten. Zudem bieten die Vielfältigkeit unseres Netzwerkes und die Unterschiedlichkeit der landwirtschaftlichen Lernorte eine gute Basis für die eigene Meinungsbildung sowie eine wertschätzende Diskussionskultur.

Wir machen deutlich, dass menschen- und verfassungsfeindliche Einstellungen wie Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Sexismus sowie die Verharmlosung des Nationalsozialismus auf unseren Lernorten keinen Platz finden.
Ferner sprechen wir uns gegen die oftmals rechtsideologisch motivierte Leugnung des menschenverursachten Klimawandels aus. Sie steht häufig im Zusammenhang mit einem neokolonialistischen Weltbild, dem die Vorstellung einer Ungleichwertigkeit von Menschen zugrunde liegt. Diese Vorstellung ist ein zentrales Element im rechtsideologischen Bereich. Der Klimawandel hat jedoch für die Landwirtschaft und den Lernort Bauernhof eine sehr große Bedeutung. Unsere Solidarität gilt den Menschen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind.

Wir erkennen die Menschenrechte an, bekennen uns zum Pluralismus und treten ein für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft, in der interkulturelle Erfahrungen als positiv und wertvoll erlebt werden. In unserer Gesellschaft sollten alle Menschen gleichermaßen teilhaben und Schutz erfahren, unabhängig von ihrer ethnischen oder sozialen Herkunft, Religion, Hautfarbe, sexuellen Identität oder materiellen Situation. Das Netzwerk der landwirtschaftlichen Betriebe und anderer Bildungsstätten im Bereich Lernort Bauernhof ist bunt und vielfältig – genau wie unsere Gesellschaft.

>>>Download Positionspapier LoB für Respekt und Toleranz (PDF)

Das Positionspapier „Lernort Bauernhof steht für Respekt und Toleranz“ wird von Institutionen aus Niedersachsen und Bremen getragen, die sich für den Lernort Bauenhof engagieren

Name der Institution

  • ackern & rackern e.V., Schulbauernhof Riepholm
  • Adolf-Reichwein-Gesellschaft, Hof Pente
  • Aktion Fischotterschutz e.V.
  • Bildungswerk Kronsberghof gGmbH
  • Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide, Heimvolkshochschule Barendorf e.V.
  • Biologische Station Osterholz e.V.
  • Büterei GmbH und Co. KG
  • Förderverein Agrarwirtschaft & Umweltbildung Braunschweiger Land (FAU)
  • Förderverein des regionalen Umweltzentrums Reinhausen e.V.
  • Förderverein des Umweltbildungszentrums SCHUBZ e.V.
  • Förderverein für nachhaltige Ernährung, Umweltbildung u. Agrarwirtschaft e.V. (NEUA)
  • Gesellschaft für Landwirtschaft und Pädagogik e.V. / Gärtnerhof Oldendorf
  • GUKi e.V.
  • Hans-Wendt-Stiftung
  • Hauptverband des Osnabrücker Landvolkes e.V.
  • Heinz Sielmann Stiftung
  • Heuhüpfer e.V.
  • Internationaler Schulbauernhof Hardegsen gGmbH
  • Kreislandvolkverband Oldenburg e.V.
  • Landvolk Hannover e.V.
  • Landvolk Kreisverband Diepholz e.V.
  • Landvolk Melle Öffentlichkeitsarbeit GmbH
  • Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.
  • Lernstandort Grafeld / Börstel der Samtgemeinde Fürstenau
  • Naturkost Kontor Bremen Bildungsnetzwerk e.V.
  • Ökotopia Südniedersachsen e.V.
  • Regionales Umweltbildungszentrum Hollen e.V
  • Stift Börstel
  • Umweltbildungszentrum Vrees
  • Verein Sozialökologie e.V.
  • Volkshochschule Meppen gGmbH